Balance-Akte, bewegt durch Sonne und Wind

Schülerinnen und Schüler der Max-Ernst-Gesamtschule entwickeln kinetische Mobiles

Die erste Begegnung mit der Vielfalt der kinetischen Kunst hatte die Schülergruppe der 8. und 9. Klassen der Max-Ernst-Gesamtschule, in dem Atelier des Künstlers Björn Schülke, der sie eingeladen hatte um ihnen seine tönenden, zuckenden, sich drehenden oder um-sich-greifenden, „zweckfreien“  Arbeiten zu zeigen.

Der Besuch bildete den Auftakt für die Projektwoche, in denen die Schülerinnen und Schüler eigene, filigrane Konstruktionen entwickelten, die mit einem kleinem Propeller versehen wurden und durch Solarenergie in Bewegung gerieten.

Im eigenen Machen erfuhren sie etwas über die notwendige Leichtigkeit der Materialien, als Voraussetzung für Beweglichkeit . Sie entwickelten viel Gefühl für Balancen und deren Einfluss auf die Art der Bewegung. So wurde zum Beispiel einseitig ein Stein an die Hölzer gebunden, um das gewünschte Gleichgewicht herzustellen. Dabei erkannten die Schüler, dass der Stein nicht nur eine konstruktive, sondern auch eine ästhetische Funktion bekam – er Teil einer Poesie wurde, die unabhängig von Schwerkraft ist.

Unter der professionellen Leitung von Björn Schülke und dem Kulturpädagogen Dennis Gläser entstand ein Prozeß, im dem die physikalischen Zusammenhänge nie isoliert, sondern immer im Kontext der ästhetischen Wahrnehmung erforscht wurden. Wie entsteht Schönheit im Zusammenspiel von Gestalt und Bewegung? Braucht das nicht viel mehr, als eine perfekte, technische Apparatur oder einen „unversehrten“ Körper? Geht es bei Schönheit nicht immer um eine in sich schlüssige Ganzheit, die sich bei jeder Sache, bei jedem Menschen anders entpuppt, anders zeigt und sich ständig in Wandlung befindet?

Welche Bewegungen entsprechen der Konvention und erscheinen uns somit als Maßstab? Welche erleben wir als schön oder seltsam? Und wer legt solche Kriterien überhaupt fest?

Die entstandenen Werke beantworten diese Fragen auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Dass jede menschliche Bewegung, jeder Gestus, Ausdruck eines komplexen Ganzen ist, in dem sich mehr wiederspiegelt als nur ein Ablauf motorischer Funktionen und, dass  ein an standardisierte Bilder gewöhnter Blick nicht ausreicht, um diese Vielzahl an Facetten zu erkennen , ist den Jugendlichen dabei vielleicht bewußter geworden.

Der Arbeitsprozess:,

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Präsentation im Treppenhaus:

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