Als Seestern übers Stoffmeer kugeln

Eine große weiße Tuchfläche, die weiche Wellen schlägt. Kinder der GGS Stenzelbergstraße und der Förderschule geistige Entwicklung Redwitzstraße laufen darüber, lassen sich fallen und rollen durcheinander. Ein paar andere Kinder befinden sich unter dem Tuch und spüren den Wind auf der Haut, den der bewegte Stoff  wehen lässt. Eine ganze Woche lang haben sie sich täglich getroffen, um gemeinsam zu tanzen, um einander kennenzulernen und spielerisch den eigenen Körper und seine Möglichkeiten neu zu entdecken. Tücher spielten während der ganzen Woche 8 (800x512)eine, große Rolle, um Bewegungsimpulse zu geben und Berührungsängste abzubauen. Die Tücher wurden in der Luft bewegt und dienten als verbindendes Element zwischen den Kindern. Der Impuls der Bewegung war durch das Tuch noch spürbarer. Den Anderen mitziehen und wieder loslassen und sich dann umgekehrt wieder ziehen lassen. Eine lange, bunte Kette entstand, die sich ineinander verknotete und wieder in die Länge zog.
Im Laufe einer Woche haben die Tänzerin Kazue Ikeda und die Kulturpädagogin Fiona Louis mit den Mädchen und Jungen ausprobiert, wie Tanz entstehen kann, z.B. ohne Worte, aus dem spontanen Spiel mit einem anderen Kind  heraus.
In Improvisationsübungen versuchten sie sich in ein anderes Wesen zu verwandeln, in einen Seestern oder Kugelfisch zum Beispiel. Oder sie hielten sich an den Händen und probierten über und unter die Arme des Nächsten zu klettern, was gar nicht so einfach war und für viel Heiterkeit sorgte. Dabei ging es den Dozentinnen nicht darum ein fertiges Stück einzustudieren, sondern  durch Tanz und Bewegung eine Erweiterung der eigenen und der jeweils anderen Person, des Körpers und des Raumes erleben zu können.
Bei der Abschlusspräsentation wurde deutlich, dass alle Kinder von der gemeinsamen Woche nicht nur tänzerische, sondern auch menschliche Erfahrungen mitnehmen konnten, neue Erfahrungen mit sich selbst und den Anderen.

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